Depressionen – Ein Tabuthema!

Der Post auf der Hauptseite von „Dr. Polytrauma“ war ausnahmsweise ernst gemeint. Gerade in den letzten Tagen habe ich verstärkt miterleben müssen, dass „Depressionen“ noch immer ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft sind und die Akzeptanz erschreckend gering ist. An manchen Stellen ist sogar gar keine Akzeptanz vorhanden – Im Gegenteil: Man spielt es herunter, macht sich lustig und steckt den Betroffenen in eine Schublade und drückt ihm den Stempel „Der spinnt doch!“ auf. Ob sowas für den Betroffenen angenehm ist? Unsere Gesellschaft sollte sich mal fragen, woher die immer mehr auftretenden Depressionserkrankungen eigentlich kommen. Die Menschen stehen immer mehr unter Druck, müssen immer mehr leisten. Die Gesellschaft wird immer schneller, anonymer und egoistischer – Hält man dem Wandel und der Geschwindigkeit nicht stand, ist man schwach. Leistungsdruck, Mobbing, private und/oder finanzielle Sorgen sind nur wenige Faktoren die eine solche Krankheit fördern bzw. entfachen.

Ein Schritt in die richtige Richtung wäre es ja schon, wenn in den Köpfen der Menschen endlich mal ankommt, das Depressionen eine ernste Erkrankung darstellen und keine Spinnerei oder Hypochondrie sind. Der im Beitragsbild gewählte Spruch mag überzogen sein, aber meiner Meinung nach spiegelt er das Meinungsbild -welches bei vielen noch immer herrscht- ganz gut wieder. Viele haben prophezeit, dass es nach dem tragischen Suizid von Robert Enke seinerzeit ein Umdenken in den Köpfen der Gesellschaft geben wird. Mitnichten! Ich merke nichts von einem umdenken. Wenn man als betroffener nicht ernst genommen wird, wundert es dann wirklich noch jemanden, dass diese Menschen keine Ausweg mehr sehen und finden!? Ich persönlich kann es verstehen, wenn jemand Angst hat über Depressionen zu sprechen und sich nicht traut Hilfe zu ersuchen oder sich seinem Umfeld anzuvertrauen. Leider wird das Thema auch viel zu wenig behandelt. Ich habe feststellen müssen, dass sehr viele nicht mal wissen was Depressionen sind, wie sich solche zeigen und woran man sie erkennen kann. Es ist eine extrem vielseitige und individuelle Erkrankung, die eine genauso individuelle Hilfe und Therapie bedarf.

Wer depressiv ist, ist nicht „verrückt“. Er ist krank. Bitte nehmt das ernst und seid sensibel. Niemand kann sich heutzutage davon freisprechen, mal selbst in einer solchen Situation zu landen.

3 Kommentare zu “Depressionen – Ein Tabuthema!

  1. Hat dies auf Prinzessin Bademantel™ rebloggt und kommentierte:
    Dankööö an Dr. Polytrauma für seine klaren Worte. Da ich diesen Text aus der Sicht eines depressiven Menschen betrachte, kann ich beurteilen, wie wir Menschen mit so einer Krankheit in dieser Gesellschaft behandelt werden.
    Leider zum größten Teil immer noch mit einer negativen Haltung. Ich wünsche mir deswegen für die Zukunft, dass auch bei diesem Thema in der Gesellschaft endlich ein Umdenken, Akzeptanz, Toleranz sowie Empathie entstehen wird.

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