eHealth – Technologiewüste Deutschland?

Ich bin gerade dabei meine ganzen Medizin-Apps auf dem iPhone und iPad zu sichten bzw. den iTunes Store nach Neuheiten zu durchforsten. Das Angebot ist ja wirklich sehr reichhaltig, meiner Meinung nach ist jedoch viel überflüssiges bzw. weniger hilfreiches dabei. Auch ist mir aufgefallen, dass viele -auch richtig professionelle- Medizin-Apps meist nur in englischer Sprache zu haben sind. Dort ist man in Sachen „iMedizin“ halt schon einen ganzen Schritt weiter als bei uns in Deutschland. Apple ist ja unter anderem mit der Mayo Clinic und zahlreichen anderen namhaften medizinischen Einrichtungen in den USA eine Kooperation eingegangen. Zuletzt hört man Gerüchte, dass Apple mit einem geheimen Expertenteam daran arbeite, die Messung bei Diabetes zu revolutionieren. Man will also richtig in die milliardenschwere Health-Branche einsteigen.Und Deutschland? Man muss sich nur mal die Versorgung hierzulande mit Breitband-Internet anschauen. Deutschland ist technologisch gesehen in vielen Bereichen noch „Entwicklungsland“ bzw. stark ausbaufähig. Nicht umsonst hat unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einigen Jahren mal gesagt „Das Internet ist Neuland für uns!“. Auch wenn sie die Aussage schnell bereute und revidierte, ist meiner Meinung nach doch etwas wahres daran… Viele andere -wirtschaftlich erheblich schwächere- Länder wie z.B. Griechenland, Bulgarien und Rumänien haben eine bessere Breitbandversorgung als wir hier in Deutschland. Natürlich haben wir dafür Dinge, die man sich dort auch wünschen würde. Ich lege hier den Fokus aber mal bewusst auf Technologien für Endverbraucher. Bestes Beispiel ist doch „Apple Pay“. In vielen europäischen Ländern und in den USA ist die Zahlung mittels Apple Pay mittlerweile so alltäglich wie das Bezahlen mit Kreditkarte oder Bargeld. Und in Deutschland? Keine Spur! Und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Ist es das mangelnde Interesse der Bevölkerung? Investiert die Regierung zu wenig in diese Branche? Haben die Deutschen „Angst“ oder Unbehagen vor neuen Technologien? Die Antwort wird wohl irgendwo in der Mitte liegen… Noch immer gibt es viele Landteile und Abschnitte in Deutschland, in denen kein Mobilfunkempfang verfügbar ist. Von Breitband-Internet ganz zu schweigen. Selbst in einigen Städten oder stadtnahen Wohngebieten kommt man derzeit nicht über eine 3 MBit-Leitung beim „Rosa Riesen“ hinaus. Die Versorgung mit ultraschnellem Kabel ist noch nicht überall möglich. Schaut man sich dann als Konsument an, was einem online alles zur Verfügung gestellt wird (aufwändige Webseiten, Streaming-Angebote, Downloads, Datentransfer etc.) aber man es nicht nutzen kann, wird einem schlecht. Aber ich habe das Gefühl: Who cares?!

Ich bin jetzt ein wenig abgeschweift, eigentlich wollte ich auf die „Digitale Patientenakte“ bzw eHealth zu sprechen kommen. Sehr viele ausländische Kliniken haben entsprechende Testphasen am laufen oder sogar schon komplett auf die papierlose Patientenakte via iPad umgestellt. Auch die Telemedizin ist dort weit fortgeschrittener wie hierzulande. In Deutschland wird immer zuerst in Problemen und Hürden gedacht (z.B. Datenschutz, Umsetzungsprobleme, Personalsorgen) als in Lösungen. Hätte ich die Zeit und das technische Know-How würde ich ein Unternehmen für eHealth-Lösungen, Telemedizin und Digitalisierung von Patientendaten und Akten gründen. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich mich spätestens in 5-7 Jahren dumm und dämlich verdienen würde.

Wie steht ihr zur „digitalen Medizin“? Nutzt ihr entsprechende Services oder Apps? Zeigt sie her! Oder arbeitet jemand von euch gar in einem Haus / Unternehmen wo entsprechende Pilotprojekte laufen? Ich würde mich über eine Nachricht sehr freuen.

Nachfolgend findet ihr die Medizin-Apps die ich derzeit auf meinen Geräten installiert habe. Nach und nach werde ich die einzelnen Apps mal etwas näher und detaillierter vorstellen.

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