OP-Aufklärung…

„So… Frau Meyer-Schulze bitte!“
„Das bin ich. Ich komme!“
„Dr. Polytrauma, Moin. Nehmen Sie Platz!“
„So, was haben wir denn hier… Ah, ja, genau. Ihnen soll eine gutartige Wucherung aus dem Darm entfernt werden, stimmt’s?“
„Ja, genau. Es wurde bereits eine Darmspiegelung durchgeführt. Es sei nichts bösartiges…“
„Wo wurde die Untersuchung gemacht?“

„Hier bei Ihnen im Krankenhaus… Moment… Hier: Eine Frau PJ Nimmerkrampf hat mich behandelt.“

„Also doch etwas ‚bösartiges‘…“

„Was Doktor?“

„Ach nichts, ich habe nur laut gedacht. Nein, alles gut. Wir werden die OP am kommenden Montag durchführen. Der Eingriff findet in Vollnarkose statt. Nach der OP kommen Sie für eine Nacht auf unsere Überwachungsstation.“

„Vollnarkose heißt ich bekomme von all dem nichts mit?“

„Ja genau. Sie werden tief und fest schlafen (hoffe ich zumindest) und werden erst wach (hoffentlich!) wenn alles vorüber ist.“

„Wie machen Sie denn die Narkose?“

„Sie sind Kassenpatient, stimmt’s?“

„Ja, richtig!“

„Ihr Anästhesist wird am Vorabend Bohnen essen und morgens am OP-Tag dann in eine Plastiktüte furzen. Dies lassen wir Sie dann ein paar Minuten lang einatmen…“

„Doktor! Das ist doch….“

„…der ganz normale Vorgang bei einer Vollnarkose für Kassenpatienten!“

„Und davon werde ich ganz sicher einschlafen?“

„Vertrauen Sie einfach auf das Verdauungssystem von Ihrem Anästhesisten!“

„Und wie geht es dann weiter?“

„Mit diesem Schweizer Taschenmesser hier schneiden wir Ihren Bauch auf und legen den Darm frei. Anschließend werden wir die Wucherung und den betroffenen Darm-Abschnitt mit einem Grapefruit-Löffel entfernen und die zwei Darm-Enden dann wieder zusammennähen.“

„Wie viel von meinem Darm muss denn entfernt werden?“

„Also den CT-Aufnahmen nach zu urteilen, vermute ich mal so 7-8 cm. Aber das entscheidet sich erst dann, wenn wir den Darm vor uns haben und das ganze Ausmaß sehen können. Es könnte also auch erforderlich werden, dass ein größeres Teilstück entfernt werden muss!“

„Hmm, okay. Aber wird mein Darm dadurch nicht zu kurz?“

„Sollte wirklich die Entfernung eines größeren Teilstücks erforderlich werden, werden wir eine Art ‚künstlicher Darm‘ einfügen.“

„Woraus besteht denn ein künstlicher Darm?“

„Ich kann es Ihnen nachher zeigen. Unser Azubi ist gerade auf dem Weg dieses künstliche Stück zu besorgen…“

„Wann ist er denn zurück?“

„Ich hoffe in den nächsten 2 Stunden. So weit ist es ja von hier aus nicht zum Hornbach. Und PVC-Gartenschlauch haben die eigentlich immer auf Lager…“

„Äh, Doktor, ich habe gerade ‚Gartenschlauch‘ verstanden…“

„Etwas anderes übernimmt Ihre Kasse leider nicht, Frau Meyer-Schulze…“

„Ich vertraue Ihnen, Doktor!“

„*flüster* Den Fehler haben schon andere gemacht… *räusper*“

„Was sagten Sie?“

„Ich sagte ‚Sie können mir 100% vertrauen‘. Es ist ja eine Routine-OP!“

„Wie lange wird die OP denn ungefähr dauern?“

„Mit Bier-Pause? Ich schätze mal so 4-5 Stunden… Es kann schneller gehen, aber auch deutlich länger dauern!“

„Und danach komme ich auf eine Überwachungsstation?“

„Ja genau. Der Pförtner passt dann über Nacht auf Sie auf.“

„Pförtner?“

„Ja, so heißt der Mensch der die Tiefgarage des Klinikums überwacht…“

„Sie machen mir Angst, Doktor!“

„Die brauchen Sie nicht zu haben… Der Pförtner ist Abonnent der ‚Apotheken Umschau‘ und damit ein Fachmann. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die OP! Sie müssen dann bitte hier noch unterschreiben…“

„Was ist das für ein Formular?“

„Eine Einwilligungs- und Abtretungserklärung – Falls Sie es nicht überstehen, bekommt Frau PJ Nimmerkrampf Ihr Meißener Porzellan-Service und ich den neuen A3 Sportsback in Ihrer Garage.“

„Naja, aber ich werde es doch schaffen, oder?“

„Oh ja, das werden Sie. Die Friedhöfe sind zurzeit eh voll… So, wir sehen uns dann in paar Tagen wieder. Machen Sie es gut Frau Meyer-Schulze!“

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